St. Galler Bierweg

BIER AKADEMIE SCHWEIZ lanciert den

ST.GALLER BIERWEG

BIER AKADEMIE SCHWEIZ ist die erste unabhängige Ausbildungsstätte der Schweiz zum Thema Bier. In der Akademie werden Kurse und Weiterbildungen angeboten. In der Lokalität und  im Eventlokal  besteht die Möglichkeit alles was mit Bier zu tun hat aktiv zu erleben und zu geniessen.

Neu kann man auf den geschichtlichen Spuren des Biers wandeln …
Die BIER AKADEMIE SCHWEIZ hat den ST.GALLER BIERWEG unter der fachkundigen Leitung von Guido Albrecht, dipl. Biersommelier, lanciert.

Eröffnet wird der BIERWEG am Samstag, 13. September 2014. Der Start erfolgt bei René Tanner in Bruggen, welcher in seinem Museum  Zeitzeugen und Artikel aus der alten St. Galler Bierwelt ausstellt. Bei einem ersten Bierapéro werden interessante Details zur Glaskultur und Sensorik vermittelt. Der nächste Halt ist im «GALLUS PUB» an der Metzgergasse. Hier wird das «Gallus Bier 612» mit einem überraschenden Geschmacks-Erlebnis kombiniert. Und weiter geht der Weg zur «Brauerei Schützengarten», wo die Vielfalt der Bierflaschen, gesammelt von Christian Bischof, im Museum bestaunt wird. In der letzten Station, der «BIER AKADEMIE SCHWEIZ» an der Langgasse 11 wird eine Bierdegustation von verschiedenen Geschmacksrichtungen, Kreationen und Traditionen sowohl der Biere als auch der begleitenden Snacks durchgeführt. Der kulinarische Abschluss bildet ein Essen mit passenden Bierspezialitäten und eine kleine «Wissensprüfung» mit Verleihung einer Urkunde; so wird der BIERWEG abgerundet.

Der ST.GALLER BIERWEG kann individuell angereichert werden mit weiteren Bier-Sehenswürdigkeiten und –Traditionen oder kleineren handwerklichen Brauereien. Dieses Event eignet sich für Bierliebhaber und solche, die es noch werden wollen. Für alle, die  die Stadt St. Gallen lieben und deren Traditionen und Innovationen für und um das Bier schätzen.

Die Plätze sind beschränkt, eine Reservierung ist daher unerlässlich

BIER AKADEMIE SCHWEIZ
Zürcherstrasse 495 | 9015 St. Gallen
071 244 11 63
kontakt@bierakademieschweiz.ch

Bier ist nicht gleich Bier

Die Bier-Akademie Schweiz zeigt erstmals die Vielfalt der Ostschweizer Brauereikunst. In der Nacht des Biers morgen Freitag präsentieren die hiesigen Brauer ihre Spezialitäten, die mehr Edeltropfen als Bier sind.

Ordinäres Bier war gestern. Heute trinkt der wahre Kenner Gebrautes wie einen Wein oder «fast wie ein Dessert». Guido Albrecht weiss, wovon er spricht. Er ist Leiter der Bier-Akademie Schweiz in St. Gallen. An der Nacht des Bieres bietet er Ostschweizer Brauereien eine Plattform, ihre Spezialitäten zu präsentieren.

Mit Korken wie Champagner

Etwa zehn Kleinbrauereien aus der Region sowie die Unternehmen Schützengarten und Locher bieten ihre Besonderheiten zur Degustation an. «Auch die beiden grossen Brauereien werden nur Spezialitäten präsentieren. Bekanntes Lagerbier und Weizen sind für einmal nicht erwünscht», sagt Albrecht.

Der Trend gehe zu exklusiven Bieren. Abgefüllt in grossen Flaschen mit Korken kommen diese mittlerweile wie Champagner daher und werden auch wie derselbe getrunken, sagt Albrecht. «In Belgien gibt es schon seit 200 Jahren Bier mit Korken. Belgier trinken zu zweit eine Flasche zum Essen, wie einen Wein.»

Biere mit 13 Prozent Alkohol

Im Kommen sind gemäss Albrecht auch die Barley-Wine-Biere. Diese starke Ale-Sorte hat einen Alkoholgehalt zwischen 7 und 13 Prozent. «Barley-Wine-Biere erinnern an Sherry oder Cognac.» Die Sauerbiere, so der Fachmann, erleben ebenfalls ein Revival. «Eine Anlehnung an das Urbier, das säuerlich war, weil man früher die Hefe nicht trennen konnte.» Die Favoriten von Guido Albrecht sind momentan allerdings die Biere der Gossauer Brauerei «HuM», was so viel heisst wie Hopfen und Malz. «Zwei junge Männer machen da ein sensationelles Bier», sagt Albrecht.

Nacht des Bieres Freitag 28. März 2014, ab 18 Uhr
Langgasse 11, St. Gallen, Eintritt: 35 Franken.

Quelle: ELISABETH REISP, Tagblatt.ch

Vom Marktfahrer zum Bier-Sommelier

Genau vor 30 Jahren hat er schon einmal einen Coup lanciert: Guido Albrecht installierte auf dem St. Galler «Jömes» einen Handwagen, der aussah wie das Mittelteil einer alten Dampflok. Im Innern konnte Albrecht American Potatoes braten, dazu gab es die berühmte Sour-cream-Sauce. Das Geschäft lief wie geschmiert, weil es viele gab, die nicht immer nur Chäschüechli, türkischen Honig und Bratwürste essen wollten.

Jetzt sitzt Guido Albrecht im «Mühleggli», ist zur frühen Morgenstunde schon putzmunter wie damals und erzählt seine Odyssee. Doch zuerst zu seinem jüngsten Projekt: Anfang Dezember wird er im ehemaligen Restaurant Han in St. Gallen die erste Bierakademie in der Schweiz eröffnen. Die Umbauarbeiten laufen auf Hochtouren. Wie immer ist die ganze Familie mit von der Partie. Die drei Töchter malen und dekorieren, und alle Schwiegersöhne packen mit an, wenn es darum geht, den «mongolischen Touch», wie ihn Albrecht nennt, zu entfernen.

Bratwürste für SFS

Die jüngste Idee kann nicht von Albrechts buntem Lebenslauf isoliert betrachtet werden. Der gelernte Elektriker arbeitete für Sulzer lange Zeit in Saudi-Arabien und tat sich – nach seiner Rückkehr in die Schweiz – schwer mit der hiesigen Mentalität. «Ich wollte selbständig werden und kam auf die Idee, Baked Potatoes an Jahrmärkten anzubieten», erzählt Albrecht, der immer noch aussieht wie ein gemütlicher Seebär. Ständig fand er neue Nischen. Als die AFG Arena gebaut wurde, fragte er bei HRS an, ob er einen Imbiss-Stand für die Handwerker aufstellen könne. Das Nein der Bauleitung stachelte ihn erst recht an. Er ging zur benachbarten Firma SFS und durfte in deren Lager eine Beiz eröffnen. «Mit 450 Plätzen. Sie war immer gerammelt voll. Ich habe innert zwei Jahren 30 000 Bratwürste verkauft», sagt er und lacht.

Master in Bier-Kunde

Dann wollte Albrecht wieder zu neuen Ufern aufbrechen. Weil Bier zu seinen Lieblingsgetränken gehört und er keine halben Sachen mag, liess er sich zum Bier-Sommelier ausbilden. «Derzeit bin ich gerade daran, den Master zu machen. Was lag näher, als meine Kenntnisse weiterzugeben?», sagt er. Es gelang ihm, mehr als zwei Dutzend Brauereien für sein Vorhaben zu begeistern. In speziellen Kursen können sich aber nicht nur Bierfachleute, sondern auch Private weiterbilden. Albrechts Programmbogen ist weit gespannt: «Wir werden Bierreisen anbieten oder spezielle Events und das Kochen mit Bier schmackhaft machen.» Die Verarbeitung des Gerstensaftes kennt Guido Albrecht aus dem Effeff. Neulich half er einem Bräutigam bei der Erfüllung eines Spezialwunsches. «Er wollte auf der Hochzeitsfeier sein eigenes Bier.» Zusammen mit dem couragierten Mann braute Albrecht ein Bier, das allen so mundete, dass das von seiner Partnerin geführte Restaurant «Waffenplatz» aus den Nähten platzte.

Ein Getränk für alle Welt

Mit Blick auf die Eröffnung der Bierakademie hat sich Albrecht ein umfassendes Wissen angeeignet. Er erinnert an den berühmten St. Galler Klosterplan, nach dem die Brauereien im 9. Jahrhundert gebaut wurden. Oder an Hildegard von Bingen, welche die Heilkraft und die aseptischen Wirkungen des Hopfens als erste weit herum bekannt machte. «Natürlich wurde Gerstensaft schon im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris gebraut, entsprechende Funde deuten darauf hin», erzählt er unter anderem. Interessant ist beispielsweise, wie sich die Geschmäcker der verschiedenen Völker unterscheiden, wenn es um Bier geht. Die Amerikaner mögen es am liebsten sehr bitter. In anderen Gegenden sind «modische» Sorten salonfähig geworden. Es gibt Biere mit Bananen- oder Rauchgeschmack. Wenn Guido Albrecht ins Schwärmen gerät, vergeht die Zeit wie im Flug.

Akademie bietet 120 Sorten

Eine Frage kann man sich dann aber doch nicht verkneifen. Schützengarten-CEO Reto Preisig sagte neulich im Interview mit unserer Zeitung, Bier mache garantiert nicht dick. Ein Blick auf die kompakte Figur von Albrecht bestätigt dies aber nicht. «Das kommt nicht vom Bier, sondern weil ich halt einfach gerne gut esse», quittiert er.

120 verschiedene Biersorten werden in seiner Bierakademie angeboten, darunter sogar eine Art Bier-Champagner oder Bier-Whisky. «Ihnen ist gemein, dass sie Hopfen als Grundstoff haben.» Und der wachse auf der ganzen Welt zwischen dem 35. und dem 55. Breitengrad – was auch erklärt, wieso er in der Kartause Ittingen gedeiht. Im übrigen treffe nicht zu, dass Bier zuerst in Klöstern gebraut worden sei, sagt Albrecht. Es seien die Hausfrauen im Mittelalter gewesen, die zur Hochzeit einen Topf bekamen, in welchem sie dieses Getränk ansetzten. «Bei einer Scheidung bekamen sie den Topf zurück», sagt Albrecht augenzwinkernd. Si non è vero è ben trovato – wenn es nicht wahr ist, ist es gut erfunden.